Hintergrund Kroatien

Im Zuge ihrer kontinuierlichen Evaluierung nationaler Bemühungen zur Umsetzung und Einhaltung vorgegebener Umweltstandards haben die Institutionen der Europäischen Kommission der Republik Kroatien im Bereich der Abfallwirtschaft laufende Fortschritte bescheinigt aber auch auf eine Reihe noch bestehender Defizite hingewiesen. Speziell wurde festgestellt, dass hinsichtlich wesentlicher Vorgaben durch verschiedene EU-Direktiven und nationaler Zielstellungen für die Abfallwirtschaft noch immer Erfüllungsrückstände zu verzeichnen sind und erhebliche Entwicklungsnotwendigkeiten fortbestehen.

In der Kritik steht mithin auch die gesamte Abfallwirtschaftsplanung des Landes, exemplarisch dafür ist ein von der Europäischen Kommission aktuell angestrengtes Mahnverfahren wegen Nichtvorhandenseins einer gültigen Abfallwirtschaftsplanung –der bisherige Nationale Abfallwirtschaftsplan lief 2015 aus– und Fehlens eines Abfallvermeidungsprogrammes. Auf der anderen Seite wurden in Kroatien schon in der Vergangenheit und auch unter der neuen Regierung die Zielsetzungen für die Abfallwirtschaft stets sehr ambitioniert vorgenommen, überdies trifft man im Land zum Teil auf sehr progressiv ausgerichtete Initiativen und Ansätze der Kommunen (z.B. „Zero-Waste“) im Umgang mit Abfallthemen.

 

Länderstudie

Im Rahmen des Projekts wird eine detaillierte Analyse der Abfallwirtschaft von Kroatien durchgeführt. Die Studie gibt einen Überblick über die aktuelle Situation der Abfallwirtschaft, zeigt Entwicklungspotenziale auf und präsentiert Vorschläge für die weitere Entwicklung des Sektors. Die Länderstudie hat folgende Struktur und enthält Informationen für die folgenden Bereiche:

  • Länderhintergrundinformationen
  • Umweltrecht und –politik
  • Abfallerzeugung und –behandlung
  • Finanzierung der Abfallwirtschaft
  • Die Rolle des Privatsektors in der Abfallwirtschaft
  • Know-how und Technologietransfer

Die Länderstudie kann hier abgerufen werden.

Das für den Workshop in Zagreb erstellte Projektmagazin, das eine teilweise Zusammenfassung der Länderstudie enthält, unterliegt besonderen Veröffentlichungsbestimmungen und Einwilligungsvorbehalten aller Veranstaltungspartner. Auskünfte darüber erteilen Ihnen die Projektmanager der Projektpartner adelphi und INTECUS.

 

Länderworkshop

Vom 26. bis 28. Oktober 2016 fand ein Länderworkshop in Zagreb/ Kroatien statt. Ziel des Workshops war es die Informationen aus der zuvor veröffentlichten Länderstudie zu validieren und mögliche Maßnahmen zur Weiterentwicklung der kroatischen Abfallwirtschaft zu diskutieren. Der Teilnehmerkreis umfasste ca. 80 Vertreter fachinteressierter kroatischer Unternehmen, Kommunen und akademischer Einrichtungen, sowie kleine und mittlere Unternehmen der deutschen Abfallwirtschaft.

Bild2 croUm die Teilnehmer der Veranstaltung mit dem Projekt vertraut zu machen, erfolgte zunächst eine Projektpräsentation, die die vorläufigen Projektergebnisse sowie die zentralen Punkte der Länderstudie vorstellte.

Damit wurde die Grundlage für die darauffolgenden persönlichen Gespräche gelegt. Generell machten die Teilnehmer deutlich, dass der aktuelle Regierungswechsel und der nicht verabschiedete Abfallplan für geringe Planungssicherheit sorgen. Erst mit einem neuen Abfallwirtschaftsplan, der den gegenwärtigen Ansatz der zentralen Abfallwirtschaftszentren überarbeitet, wird diese Planungssicherheit wieder hergestellt. Die Teilnehmer stimmten überein, dass sowohl ein Beibehalten der 13 geplanten Zentren wie auch eine komplette Abkehr von diesem Modell nicht sinnvoll erscheinen. Die Teilnehmer wiesen in den Gesprächen außerdem daraufhin, dass die technischen und finanziellen Kapazitäten der Kommunen eine zentrale Schwachstelle des gegenwärtigen Systems sind. Parallel zu den Gesprächen hatten die kroatischen Teilnehmer die Gelegenheit, ihre Einschätzung zu den Entwicklungspotenzialen der kroatischen Abfallwirtschaft über einen Fragebogen mitzuteilen.

Die genauen Ergebnisse der Gespräche sowie der ausgefüllten Fragebögen werden Eingang finden in die überarbeiteten Handlungsempfehlungen für die kroatische Abfallwirtschaft. Diese werden Anfang 2017 finalisiert und stehen dann hier zur Verfügung.

Der Workshop wurde in Kooperation mit dem Markterschließungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und der Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer realisiert. Das Programm der Veranstaltung umfasste neben der Vorstellung und Diskussion der Projektinhalte auch eine Leistungspräsentation deutscher Technologieanbieter sowie eine Unternehmens- und Objektbesichtigung auf der Insel Krk.

Unter nachfolgenden Links sind die Präsentationen des dreitägigen Programms abrufbar:

Fotos der Veranstaltung sind in der Bildergalerie der Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer einsehbar.

Das Veranstaltungsprogramm steht hier zum Download zur Verfügung.

Die Teilnehmerliste für den Workshop in Zagreb unterliegt besonderen Veröffentlichungsbestimmungen und Einwilligungsvorbehalten aller Veranstaltungspartner. Es wurde außerdem in Zusammenarbeit mit den Partnern des Markterschließungsprogramms eine Broschüre mit Angeboten der deutschen Abfallindustrie für Kroatien entwickelt. Diese Broschüre wurde auf Kroatisch erstellt. Auskünfte über beide Dokumente erteilen Ihnen die Projektmanager der Projektpartner adelphi und INTECUS.

 

Ergebnispublikation

Die Länderstudie wurde auf dem Workshop mit Vertretern des kroatischen Abfallsektors diskutiert. Die Ergebnisse dieser Diskussionen haben die Projektpartner nun in eine Ergebnispublikation überführt, welche die wichtigsten Erkenntnisse der Studie sowie Handlungsempfehlungen für die Fortentwicklung des kroatischen Abfallsektors herausstellt. Darüber hinaus weist die Publikation nochmal auf Kooperationspotenziale zwischen Deutschland und Kroatien hin und listet Anlaufstellen für Akteure, die solch eine Kooperation anstreben.

Die Ergebnispublikation kann hier heruntergeladen werden

 

News & Events

Hier finden Sie Informationen über anstehende Veranstaltungen zum Thema Abfallmanagement in Kroatien sowie generelle Neuigkeiten zu dem Thema, etwa Publikationen oder neue Projekte. Die News & Events Seite wird regelmäßig aktualisiert. Wenn Sie eine Veranstaltung ankündigen oder eine News einstellen möchten, kontaktieren Sie uns unter folgender Email-Adresse: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Februar 2016: Kroatische Gemeinden verabschieden Zero Waste Strategie

Mit der Verabschiedung einer "Zero Waste Strategie" haben sich sieben Gemeinden in der Region Međimurje zu einer ambitionierten Abfallvermeidung verpflichtet. Erklärtes Ziel der Kommunen ist es, die Rückgewinnungs- und Wiederverwertungsraten bis 2020 auf 70% zu erhöhen. Die Abfallwirtschaft in der Region Međimurje gilt bereits seit längerem als kroatisches Vorbild: einzelne Kommunen hatten sich  dort schon 2006 zum Aufbau einer gemeinsamen Abfallwirtschaft zusammengeschlossen.
Weitere Informationen finden Sie hier.

April 2016: Ministerium für Umwelt und Naturschutz kündigt Fertigstellung eines neuen Abfallwirtschaftsplans an

In seiner Eröffnungsrede auf der Messe „Croatia Waste Expo 2016“ hat Kroatiens Minister für Umwelt und Naturschutz, Slaven Dobrović, angekündigt, dass sein Ministerium kurz davor stehe einen neuen Abfallwirtschaftsplan zu beschließen. Dieser werde maßgeblich zur Weiterentwicklung der kroatischen Kreislaufwirtschaft beitragen. Schwerpunkte des neuen Abfallwirtschaftsplans sind die getrennte Abfallsammlung, die Einführung von Kompostierungssystemen für individuelle Haushalte sowie der Aufbau von Recyclingzentren.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Juni 2016: Ministerium für Umwelt und Naturschutz veröffentlicht neuen Abfallwirtschaftsplan

Im Juni 2016 hat das Ministerium für Umwelt und Naturschutz einen neuen Abfallwirtschaftsplan zur öffentlichen Konsultation vorgestellt. Die Regierung hat angekündigt zur Umsetzung des neuen Abfallwirtschaftsplans Gelder in Höhe von mehr als € 470 Millionen für die Modernisierung der Abfallwirtschaft bereitzustellen. Dadurch soll z.B. der Aufbau von Recyclingzentren sowie die Einführung von Kompostierungssystemen in Haushalten gefördert werden.
Weitere Informationen finden Sie hier.

August 2016: Neue Biogasanlage in Kroatien in Betrieb

Der deutsche Biogasanlagenhersteller WELTEC BIOPOWER GmbH hat auf einer Schweinefarm in Varazdin im Norden Kroatiens eine 250 kW-Anlage in Betrieb genommen. Der Flüssigmist aus der Tierhaltung kann damit zur Herstellung von Ökostrom genutzt werden. Der Betrieb der Anlage wird von der kroatischen Regierung subventioniert: sie garantiert einen festen Einspeisetarif von €0,19 pro Kilowattstunde Strom für die nächsten 14 Jahre. Die Nutzung von Biomasse zur Energiegewinnung steht im Einklang mit den umweltpolitischen Zielen Kroatiens, das den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 um rund 30% erhöhen will.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Oktober 2016: Länderworkshop Kroatien fand in Zagreb statt

Vom 26. bis 28. Oktober 2016 fand in Zagreb der Länderworkshop Kroatien statt. Der Teilnehmerkreis umfasste ca. 80 Vertreter fachinteressierter kroatischer Unternehmen, Kommunen und akademischer Einrichtungen, sowie kleine und mittlere Unternehmen der deutschen Abfallwirtschaft.
Weitere Informationen zu den Ergebnissen des Workshops sowie die Präsentationen finden Sie auf dieser Seite.

Oktober 2016: Veröffentlichung der Länderstudie Kroatien

Die kroatische Abfallwirtschaft verfügt über hohe Entwicklungsreserven. Mithilfe finanzieller und fachlicher Unterstützung kann eine Annäherung an die abfallwirtschaftlichen Vorgaben der Europäischen Union erreicht werden. Zu diesem Schluss kommt die Länderstudie zur Situation der Abfallwirtschaft Kroatiens, die im Oktober 2016 veröffentlicht wurde.
Die Studie gibt einen Überblick über die aktuelle Situation der kroatischen Abfallwirtschaft und identifiziert Bereiche, die sich besonders für die zukünftige Zusammenarbeit der kroatischen und deutschen Abfallwirtschaft eignen. Die größten Potenziale für abfallwirtschaftliche Kooperation liegen demnach in der Anpassung von Behandlungs- und Technologiekonzepten, der technischen Ausstattung abfallwirtschaftlicher Anlagen, sowie der Förderung des Sekundärmaterialabsatzes.
Die Studie kann hier abgerufen werden.

 

Januar 2017: Kroatische Regierung verabschiedet Abfallwirtschaftsplan 2017 – 2022

Die kroatische Regierung verabschiedet den Abfallwirtschaftsplan für den Zeitraum von 2017 – 2022 (hier) und möchte damit die Recyclingindustrie ausbauen und neue Jobs schaffen. Die neuen Abfallwirtschaftsziele waren auch eine Bedingung der Europäischen Union um Strafzahlungen zu vermeiden und den Zugang zu Subventionen in Höhe von insgesamt 475 Millionen Euro nicht zu verlieren.
Quelle: Balkangreenenergynews

 

April 2017: Öffentlicher Aufruf zur Vergabe von EU-Geldern zur Kofinanzierung von Abfallwirtschaftsprojekten

Das Kroatische Ministerium für Umweltschutz und Energie bietet Projekten aus dem Bereich der Abfallwirtschaft die Möglichkeit ihre Investitionen durch EU-Gelder kofinanzieren zu lassen. Das Budget beläuft sich auf knapp 20 Millionen und soll für die Konstruktion von Recycling Anlagen verwendet werden. Das öffentliche Ausschreiben startete am 29. März und wird erst geschlossen sobald das Darlehensvolumen erschöpft ist. Projekte können auf diese Weise bis zu 85% ihrer Investitionen abdecken, wobei der maximale Wert eines Projektes bei 600.000€ liegt.
Quelle: Balkangreenenergynews